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Die Sozialdemokraten in Ramsen.

Gustav Herzog für uns im Bundestag :

Jaqueline Rauschkolb für uns im Landtag :

 

„Sehnlicher Wunsch” erfüllt :

Kommunales

EISENBERG: Bernd Frey, gemeinsamer Kandidat von SPD und FWG, wird mit 77,2 Prozent Ja-Stimmen zum VG-Bürgermeister gewählt

Es war kurz nach 19 Uhr gestern Abend, als die Anspannung endgültig von Bernd Frey abfiel. Zu diesem Zeitpunkt stand fest: Die Menschen in der VG Eisenberg hatten dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von SPD und FWG, der zugleich einziger Bewerber war, mit 77,2 Prozent Ja-Stimmen deutlich ihr Vertrauen geschenkt.

Im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung, wo ab 18 Uhr aktuell die Ergebnisse aus den 13 Wahlbezirken auf zwei Großleinwänden übertragen wurden, hatte Frey zusammen mit seiner Frau die Auszählung mitverfolgt. Das erste Ergebnis, das den Kandidaten erreichte, war allerdings sportlicher Natur: Per Handy wurde er über den Sieg der Fußballer der TSG Eisenberg informiert. „6:0 gewonnen, so kann es weitergehen”, rief Frey in den Raum, der sich nach und nach mit Neugierigen füllte.

Um 18.20 Uhr dann das erste Ergebnis aus dem Wahlbezirk Rathaus Eisenberg und Erleichterung beim Kandidaten, dem mittlerweile auch Altbürgermeister Walter Brauer Gesellschaft leistete: 78,1 Prozent der Wähler hatten hier ihr Kreuzchen bei Ja gemacht. Enttäuschend hingegen die Wahlbeteiligung: Nur 51,6 Prozent der Wahlberechtigten im Stimmbezirk sind zur Urne gegangen oder haben per Briefwahl ihre Stimme abgegeben. Nach Auszählung der restlichen Wahlbezirke soll dieser Wert auf 59,5 Prozent steigen.

Der Anteil der Ja-Stimmen für den Bürgermeisterkandidaten ändert sich hingegen nur noch leicht: 77,2 Prozent heißt es knapp eine Stunde später. „Das ist ein tolles Ergebnis”, gab ein glücklicher Bernd Frey daraufhin zu Protokoll. „Ich habe mir einen Siebener vorne gewünscht. Bei denen, die mich nicht gewählt haben, muss ich jetzt daran arbeiten, dass es künftig anders wird.” Bürgermeister zu werden sei immer ein „sehnlicher Wunsch” von ihm gewesen, gestand der 50-Jährige, der die Verwaltungsreform und die Verschuldung als die großen nun anstehenden Themen nannte. Seine Wahl sei ein sehr emotionaler Moment gewesen.

Bereits während des Wahlkampfs habe er viel Zuspruch in Eisenberg, Kerzenheim und Ramsen erfahren, blickte Frey zurück. Obwohl einziger Kandidat, sei er sich nicht zu schade gewesen auch in die kleineren Ortsteile zu gehen, und um Vertrauen zu werben.

In den kommenden Tagen muss Bernd Frey unter anderem seine eigene Nachfolge in die Wege leiten: Das Amt des Büroleitenden Beamten wird hausintern ausgeschrieben, am 12. April soll dann der Verbandsgemeinderat darüber entscheiden. Freys Amtseinführung als Bürgermeister soll am 6. April stattfinden.

Hochzufrieden mit dem Verlauf des Abend zeigten sich auch die Vorsitzenden von SPD und FWG: „Das ist ein gutes Ergebnis, mit dem man gut Arbeiten kann”, sagte der Eisenberger SPD-Vorsitzende Reinhard Wohnsiedler, der seinem Kandidaten erst mit Verspätung gratulieren konnte, da er selbst im Wahlvorstand in Steinborn aktiv war. Auch der Vorsitzende der Freien Wähler, Adolf Kauth, der nach mehrwöchiger Reha heute wieder seinen Dienst aufnehmen will, strahlte: „Unsere Prognose ist hundertprozentig aufgegangen. Ich bin froh, dass unser gemeinsamer Kandidat einen klaren Wahlauftrag hat, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit.”

Bevor es an die Arbeit geht, wurde aber erst noch bei einem „feucht-fröhlichen Abend” im Rathauskeller - so die Ankündigung von Bernd Frey - ausgiebig gefeiert. (zin)

KOMMENTAR
Aufgaben ohne Glanz
VON TIMO LESZINSKI
Bernd Frey hat das Vertrauen der Wähler. Mit den anstehenden Aufgaben wird er nach außen aber nur schwer glänzen können.

77,2 Prozent Ja-Stimmen sind ein ordentlicher Vertrauensvorschuss für Bernd Frey. Dass er sich als Wahlziel einen „Siebener vorne” gesetzt hatte, war nicht arrogant, sondern zeigt, dass sich Frey seiner Bekannt- und Beliebtheit, die er sich durch jahrelanges ehrenamtliches und berufliches Engagement erarbeitet hat, bewusst ist. Jetzt gilt es für den neuen Bürgermeister, dieses Vertrauen zu bestätigen. Viele Themen, mit denen er dies tun muss, sind wohl für den Bürger weniger sichtbar als einiges von dem, was sein Vorgänger umsetzen konnte. Der Kampf gegen die Verschuldung und das Ausloten von Kooperationsmöglichkeiten mit Nachbarverwaltungen sind aber nicht weniger anspruchsvolle Aufgaben. Während die SPD mit Bernd Frey weiterhin den Bürgermeister stellt, musste sie bei der Landtagswahl auch in einer Hochburg wie Eisenberg Verluste hinnehmen - wenn auch geringere als auf Landesebene. Der CDU hat es in dieser Beziehung offenbar nicht geschadet, keinen Kandidaten aufgestellt zu haben: Sie konnte wie im ganzen Land leicht zulegen. Die Grünen sind auch in der Verbandsgemeinde Eisenberg die Partei der Stunde. Sie haben ihr Ergebnis gegenüber 2006 mehr als verdreifacht.

Zur Sache: Der Wahltag

Mit einer Wahlbeteiligung um zwischen 40 und 50 Prozent lagen die Eisenberger Wahllokale am frühen Nachmittag etwa im landesweiten Trend von rund 42 Prozent. Ausreißer dabei war der Steinborner Stimmbezirk im Haus der Kirche, wo von den 862 Wahlberechtigten einschließlich Briefwähler bereits rund 60 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben hatten. Unter landesweit 167 Wahllokalen wurden auch im Haus der Kirche stichprobenartig Wähler vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap nach ihrem Wahlverhalten befragt. Diese freiwillige und anonyme Erhebung bildet die Grundlage für die Prognose, die nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr in der ARD veröffentlicht wird. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird von den Mitarbeitern des Umfrageinstituts ebenfalls direkt an ihre Zentrale gemeldet und fließt dann unmittelbar in die Hochrechnungen der ARD ein. In den acht Wahllokalen verlief der Wahltag insgesamt ohne Zwischenfälle. Auch längere Wartezeiten mussten die Wähler nicht in Kauf nehmen. Denn es gab keinen Ansturm auf die bereitstehenden Wahlkabinen, sondern nur eine „leichte Brise”, wie es ein Wahlhelfer in der Realschule ausdrückte. Trotzdem war in den Wahllokalen im weiteren Verlauf des Nachmittags insgesamt eine kontinuierliche Beteiligung festzustellen. Offensichtlich machten zahlreiche Wähler, viele in Begleitung ihrer Kinder oder Enkelkinder, während ihres Sonntagsspaziergangs einen Abstecher in ihr jeweiliges Wahllokal. Sie fühle sich ein „bisschen unbeholfen”, so Mareike Rösel, die sich als Erstwählerin aber im Vorfeld über die Wahlmöglichkeiten informiert hat. Sie wurde von ihrem Bruder Thorben Rösel begleitet. Er hätte es besser gefunden, wenn für das Amt des VG-Bürgermeisters noch weitere Kandidaten zur Verfügung gestanden hätten. Dagegen fand Wolfgang Neurohr, dass der Bürgermeisterkandidat Bernd Frey „zu uns passt”, während es seine Ehefrau Anke „vielleicht interessanter” gefunden hätte, wenn noch ein weiterer Bewerber angetreten wäre. „Ich kenne den Kandidaten”, sagte Siegfried Schmolk, und ergänzte, es sei ja nicht die Schuld von Frey, wenn sich sonst niemand um das Amt bewerbe. (hsc)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.73
Datum: Montag, den 28. März 2011
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '7503420'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

Veröffentlicht am 28.03.2011
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Die Rheinpfalz vom 18. März 2011

 

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