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Die Sozialdemokraten in Ramsen.

Gustav Herzog für uns im Bundestag :

Jaqueline Rauschkolb für uns im Landtag :

 

„Niemals geht man so ganz" :

Kommunales

EISENBERG: „Alles Gute, Tschüss. Ich bin dann mal weg"

- mit diesen Worten verabschiedete sich Walter Brauer gestern endgültig von der politischen Bühne. Die Verbandsgemeinde Eisenberg hatte zur offiziellen Verabschiedung des ehemaligen Bürgermeisters ins Evangelische Gemeindehaus eingeladen.

„Weg" ist Walter Brauer allerdings nur als Bürgermeister. Denn - da zitierte der Gefeierte einen Schlager von Trude Herr - „niemals geht man so ganz". Und selbstverständlich bleibt Brauer auch in Kerzenheim wohnen, wo er mit seiner Frau den Ruhestand genießen will. Die Entscheidung, anderthalb Jahre vor dem regulären Ende seiner Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen aufzuhören, sei gereift, als er vor einigen Monaten nach einer Herzoperation auf der Intensivstation gelegen habe, gab der 61-Jährige den vielen Weggefährten, die der Einladung gefolgt waren, einen Einblick in seine Gefühlswelt. Als sein Freund, der Ramser Bürgermeister Norbert Bayer, nach schwerer Krankheit starb, habe er festgestellt „wie schnell so was gehen kann". Seinen Entschluss versuchte Brauer mit einer kleinen Geschichte von Spatzen und einer Nachtigall zu veranschaulichen: Die Nachtigall habe schön gesungen, bis sie krank geworden sei. Weil die Spatzen gesagt hätten, sie sei nur faul, habe sie wieder angefangen zu singen, so ihre Lebenskraft vergeudet und sei gestorben. Wie der Nachtigall solle es ihm nicht gehen, sagte Brauer: Es gehe um die „Kunst des Lassens", so der Sozialdemokrat: „das Zulassen, das Weglassen und am wichtigsten: das Loslassen."

Politische Prominenz aus allen politischen Lagern war zahlreich erschienen, um Walter Brauer zu verabschieden - unter anderem von der SPD der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog und Staatsministerin Margit Conrad sowie von der CDU die Landtagsabgeordnete Simone Huth- Haage. Auch die ehemaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinden Hessheim, Siegfried Fritsche, und Grünstadt-Land, Eugen Ackermann, waren gekommen. Beide waren bereits mit 14 Jahren Klassenkameraden Brauers in der Berufsfachschule Grünstadt, wie dieser später erzählte. Begrüßt wurden die Gäste vom Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Adolf Kauth (FWG).

Die Leistungen Brauers in seinen 14 Jahren als Verbandsbürgermeister würdigte Landrat Winfried Werner (SPD), der sich auch an eine der ersten Begegnungen mit dem Kerzenheimer erinnerte: „,Mein Gott Walter" habe ich damals gesagt. Und er hat entgegnet: ,Bei dieser Anrede können wir bleiben"". Walter Brauer sei mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Lacher erntete Werner mit der Feststellung, Brauer habe im Laufe der Jahre „mal mehr, mal weniger auf die Waagschale gebracht" und bei seinen Versuchen, abzunehmen, in der Summe sicher mehrere Zentner verloren. Ernst ergänzte der Landrat: „Sein politisches Gewicht hat er immer gehalten und sogar noch erhöht." Schule, Sport und Verkehr nannte Werner als die Bereiche, in denen Brauer besonders viel habe bewegen können. Ganztagsangebote an den Schulen, Duale Ober- und Integrierte Gesamtschule, Schwimmbad und Waldstadion, Autofreies Eistal, Zugverbindung nach Ramsen und die B-47-Ortsumgehung sind einige Stichworte, die der Landrat in diesem Zusammenhang nannte. Walter Brauer sei immer bei den Menschen unterwegs gewesen. Im Laufe der Jahre habe er - etwa als Gratulant - über ein Drittel der Haushalte in der Verbandsgemeinde besucht, rechnete Werner hoch. „Nur einen Vorschlag" wolle er Brauer und seiner Frau für den neuen Lebensabschnitt machen: „Hört nicht auf Vorschläge." Mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist das Geschenk, das er seinem Parteigenossen mit in den Ruhestand gab: Für den Hobbysegler gibt es eine Schifffahrt - allerdings - mit Rücksicht auf die Haushaltslage im Donnersbergkreis - nur eine Kahnfahrt auf dem Eiswoog. Passend dazu bekam der Kerzenheimer von seinen politischen Weggefährten ein Gemälde des Sees.

Dankesworte richtete Brauer an seine Frau und all jene, die ihn in seinem politischen Leben begleitet haben. Besonders dankte er den Verwaltungsmitarbeitern, insbesondere Bernd Frey, dem Büroleiter und Kandidaten für seine Nachfolge, sowie seinen drei früheren Sekretärinnen für ihre loyale Arbeit und nicht zuletzt „en super Kaffee moiens". Besonders dürfte sich Brauer über die musikalischen Beiträge gefreut haben: Die Eistal-Lerchen, deren Vorsitzender Brauer ist, gaben ihm unter anderem den Ratschlag „Probier"s mal mit Gemütlichkeit" auf den Weg. Und die Schüler der Grundschule Eisenberg hatten mit Konrektorin Martina Ochsner einen eigenen „Walter-Brauer-Rap" komponiert, bei dessen Refrain „Rente, er geht in Rente, da geht"s ihm einfach wunderbar" auch das Publikum mitmachen durfte.

Neben Walter Brauer wurde gestern noch eine zweite wichtige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens der Verbandsgemeinde gefeiert: Max Allmang, langjähriger Kommunalpolitiker und Rektor der Realschule, vollendete sein 90. Lebensjahr. „Dass die Realschule Eisenberg in der Region einen ausgezeichneten Ruf hat, ist zum großen Teil dir zu verdanken", rief Eisenbergs SPD-Vorsitzender Reinhard Wohnsiedler seinem Parteigenossen zu. Allmang habe die Kommunalpolitik entscheidend mitgestaltet. Als junger Sozialdemokrat, der vieles ändern wollte, habe er auch harte Wortgefechte mit Allmang gehabt, erinnerte sich Wohnsiedler. „Aber er war nie unversöhnlich. Es war immer sein Bemühen, uns einzubinden." (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.25
Datum: Montag, den 31. Januar 2011
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '7292872'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

Veröffentlicht am 31.01.2011

 

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