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Die Rheinpfalz vom 26. August 2010 :

Wirtschaftspolitik

Seit vier Generationen im Geschäft

RAMSEN: Malerbetrieb Walter Dech & Sohn feiert 100. Jubiläum - In Gonbach gegründet, seit 1926 in Ramsen

Von Ursula Kaiser-Baldauf

100 Jahre - das ist nicht nur für einen Menschen ein außergewöhnliches Alter, sondern auch für ein Unternehmen. Ein solches Jubiläum feiert morgen der Maler- und Stuckateurbetrieb Walter Dech und Sohn in seiner Zentrale in Ramsen. Neben Mitarbeitern, Geschäftsfreunden und Politikern aus der Region sind auch die Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz Brigitte Mannert und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) als Gäste geladen.

Dass das Unternehmen auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann, kommt für Walter Dech, den Vater des Firmenchefs Andreas Dech, nicht von ungefähr: „Nichts bleibt, wie es ist. Die Zeiten ändern sich, und um Erfolg zu haben, muss man sich immer wieder von Neuem auf die Veränderungen einstellen. Nur dann kann ein Betrieb hundert Jahre am Markt bestehen."

Begonnen hat alles in Gonbach am Donnersberg. Hier machte sich Andreas Dech, der Urgroßvater des jetzigen Geschäftsführers, 1910 als Tüncher selbstständig. Die Zeiten waren hart, und allein vom Tünchen konnte der Firmengründer seine Familie nicht ernähren. So gab es bei der Familie Dech in Gonbach, wie bei vielen Handwerkern dieser Zeit, zusätzlich einen landwirtschaftlichen Nebenerwerb, und in den Wintermonaten, wenn Handwerk und Landwirtschaft ruhten, war Andreas Dech als „Adventsmetzger" bei Hausschlachtungen tätig.

Sein Sohn Jakob musste sich als wandernder Geselle sein Geld verdienen. Seine Zeit im Eistal, wo er bessere wirtschaftliche Bedingungen vorfand, veranlasste ihn, nach Übernahme des väterlichen Betriebs diesen 1926 nach Ramsen zu verlagern. In den zwanziger Jahren erhielten die Haushalte des Orts elektrischen Strom und fließendes Wasser. Das Geschäft florierte, und Dech konnte sogar mehrere Gesellen beschäftigen. Auch die Weltwirtschaftskrise, die dem Börsencrash 1929 folgte, überstand der Malerbetrieb recht gut. So erhielt das Unternehmen lukrative Aufträge etwa der deutschen Reichsbahn für Bahnhofsrenovierungen oder einer Mineralölgesellschaft, die die Malerarbeiten an ihrem regionalen Tankstellennetz an Dech vergab. Wegen seiner Einberufung zum Militärdienst im Zweiten Weltkrieg musste Jakob Dech sein Malergeschäft stilllegen. Doch bereits 1946 konnte er sein Handwerk wieder aufnehmen und Anfang der fünfziger Jahre bereits wieder 14 Mitarbeiter beschäftigten.

1960 erwarb Dech in Ramsen ein neues Firmengrundstück, in Ludwigshafen wurde eine Zweigniederlassung eröffnet. Im gleichen Jahr legte Walter Dech, der zweitälteste Sohn von Jakob, seine Meisterprüfung ab. 1965 übergab Jakob ihm die Firma. Walter Dech schaffte mit dem Einstieg in die aufstrebende Fertighausbranche ein weiteres wichtiges Standbein für den Betrieb. In den siebziger Jahren arbeiteten über 20 Maler bei Dech. Denn auch das Geschäft im Ballungsgebiet Ludwigshafen/Mannheim boomte, so dass 1975 den Kauf eigener Geschäftsräume in Ludwigshafen notwendig wurde.

Das Jahr 1990 brachte wieder eine Veränderung im Handwerksbetrieb: Das Unternehmen firmierte fortan als GmbH. Andreas Dech entlastete als gleichberechtigter Geschäftsführer seinen Vater bei der Leitung der Firma und hielt ihm den Rücken frei für sein ehrenamtliches Engagement in der Handwerkskammer. Walter Dech konnte so 17 Jahre zunächst als Vizepräsident, dann als Präsident der Handwerkskammer Pfalz sein unternehmerisches Geschick in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Er wurde nach Beendigung seiner Amtszeit zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Die Dech GmbH erneuerte 1998/99 ihren Hauptsitz in Ramsen. Ein modernes Gebäude mit Büro, Werkstatt, Lager und Schulungsräumen sowie einer großen Tiefgarage für den Fuhrpark entstand. 2006 expandierte das Unternehmen weiter und eröffnete eine Zweigniederlassung in Kirchheimbolanden. Am 1. Januar 2010 zog sich Walter Dech als Geschäftsführer zurück und übergab das Unternehmen an seinen ältesten Sohn Andreas.

Andreas Dech, Maler und Lackierermeister, führt nun in der vierten Generation einen Handwerksbetrieb, der einen Jahresumsatz von 1 bis 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet., wobei sich die Aufträge für Privathaushalte und für Firmen die Waage halten. Neben dem Fertighausbereich bildet auch die Fassaden-Wärmedämmung einen Schwerpunkt der Arbeit. Der Firmenleiter agiert mittlerweile weniger als Handwerker denn als Planer und Organisator an seinem Schreibtisch. „Hier kann man mich ab sechs Uhr morgens erreichen", sagt er. Dech beschäftigt an den drei Standorten derzeit 20 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende.

Dechs Ehefrau Margit ist ebenfalls in die Verwaltung eingebunden, und nach wie vor ist sein Vater Walter für die Firma aktiv. „Andreas ist der Chef und trägt die Verantwortung, doch wenn es meine Gesundheit zulässt, werde ich ihm gerne noch ein paar Jahre zuarbeiten", erklärt der 73-jährige Senior, der darauf baut, dass die Tradition des Familienbetriebs auch in der nächsten, dann der fünften Generation durch Enkel Nico fortgesetzt wird.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.197
Datum: Donnerstag, den 26. August 2010
Seite: Nr.18
"Deep-Link"-Referenznummer: '6734555'
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