[Darstellung Größer 1 wählen.] [zum Inhalt (Taste Alt+8).] [zur Auswahl (Taste Alt+7).] (Taste Alt+6).

Die Sozialdemokraten in Ramsen.

Gustav Herzog für uns im Bundestag :

Jaqueline Rauschkolb für uns im Landtag :

 

Die Rheinpfalz vom 25. Juni 2010 :

Kommunales

Erlebnisbahn stößt auf Ablehnung
RAMSEN: „Funtrain" zwischen Eiswoog und Alsenborn geplant - Bayer beklagt mangelhafte Information

Eine Erlebnisbahn, die zwischen Enkenbach und dem Eiswoog verkehrt, planen die Verbandsgemeinden Eisenberg und Enkenbach-Alsenborn. In Ramsen ist man von dem Projekt wenig begeistert. Eine Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke ist wohl ohnehin zu teuer. Die „Bahn" würde auf der Straße fahren.

Die Idee ist, dass Ausflügler an Sonn- und Feiertagen zwischen Enkenbach und Eiswoog hin- und herfahren können. Ursprünglich war sogar angedacht, die stillgelegte Bahnlinie dafür zu nutzen. Doch die zugewucherte Strecke befahrbar zu machen, wäre wohl zu teuer, ist aus Enkenbach-Alsenborn zu hören. Auch müsste die Strecke eigens angemietet werden. Deshalb soll stattdessen ein spezieller Traktor mit Anhängern auf der Straße verkehren.

Während sich der VG-Rat in Enkenbach öffentlich mit dem Thema beschäftig, wird in Eisenberg weitgehend nichtöffentlich beraten. Aktuell wurde eine geplante nichtöffentliche Beratung von der Tagesordnung des VG-Rats kurzfristig abgesetzt. Grund dafür ist wohl die große Kritik an diesem Vorhaben von allen Fraktionen im Gemeinderat Ramsen. Ortsbürgermeister Norbert Bayer spricht sogar von einem „Nürburgring im Stumpfwald" und einem Projekt dessen Zahlen „utopisch" und „schöngerechnet" seien.

Im VG-Rat in Enkenbach wurde das Projekt vorgestellt und bereits über die Gründung einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts mit der VG Eisenberg beraten. Das bestätigt auf Anfrage der RHEINPFALZ der Enkenbacher Bürgermeister Jürgen Wenzel. Er rechnet mit Anfangsinvestitionen von rund 240.000 Euro und Folgekosten von jährlich jeweils 20.000 Euro für die Verbandsgemeinde. Die VG Enkenbach-Alsenborn sei Antragsteller im Verfahren. Wenzel gab an, dass mit Betreibern ähnlicher Strecken Gespräche geführt wurden. „Es war uns immer klar, dass mit dem Funtrain keine Gewinne zu erwirtschaften sind und wir Geld zuschießen müssen. Aber wir in Enkenbach sehen darin einen wichtigen Lückenschluss, der helfen würde, die natürliche Barriere Stumpfwald zu überbrücken und die beiden Verbandsgemeinden bei der Verwirklichung ihrer gemeinsamen touristischen Anstrengungen näher zusammen zu bringen."

In Ramsen regt sich derweil Widerstand gegen die Erlebnisbahn, weil die Gemeinde in die Planung offenbar nicht richtig eingebunden wurde. „Schon mein Vorgänger wurde nur knapp über das Projekt informiert", sagt Bürgermeister Norbert Bayer. „Wir haben als Gemeinderat niemals darüber beraten, obwohl der Eiswoog und der Stumpfwald ganz klar zur Gemeinde Ramsen gehören. Das Projekt wird in Eisenberg von Adolf Kauth und dem für Tourismus zuständigen Mitarbeiter der VG, Jürgen Stutzberger, betreut und forciert, ohne Einbindung der Gemeinde. Auch die Stumpfwaldbahn weiß nichts", kritisierte Bayer. Da die FWG in der VG Eisenberg durch Koalitionsvereinbarungen gebunden sei, habe es jetzt auf Ortsebene ein Gespräch zwischen SPD und FWG zu dem Thema gegeben, in dem beide Fraktionen die Erlebnisbahn abgelehnt haben, so Bayer, der befürchtet dass das Projekt noch teurer als angekündigt werden könnte.

Mit dieser Tatsache konfrontierte die RHEINPFALZ den für Tourismus zuständigen VG-Beigeordneten Adolf Kauth. „Ja, ich weiß, dass es eine solche Zusammenkunft gab, und das Projekt in Ramsen auf Ablehnung stößt. Das liegt aber daran, dass die Ramser Räte nur mit Halbwissen und falschen Informationen an die Sache herangehen", so Kauth. Es sei insgesamt zu früh, über die Erlebnisbahn öffentlich zu beraten, noch sei alles in der Vorbereitung, kritisiert Kauth, der auch wenig Verständnis dafür aufbringt, dass in Enkenbach über das Vorhaben öffentlich beraten wurde. Enkenbach sei jedoch „federführend" bei der Beantragung der EU-Mittel, mit denen die Erlebnisbahn finanziert werden soll.

Kauth weist jedoch den Vorwurf zurück, dass das Projekt den Räten nicht hinreichend bekannt sei, seit drei Jahren werde bereits über den Funtrain gesprochen - auch öffentlich. Tatsache sei weiterhin, dass die Gemeinde Ramsen keine Kosten zu tragen habe, das Projekt werde, falls es überhaupt realisiert werde, von der VG finanziert. Kauth erwartet sich eine touristische Belebung durch die Gäste, die von Alsenborn zum Eiswoog kommen. „Es ist erwiesen, dass ein Tagesgast zwischen 40 und 60 Euro vor Ort lässt, davon würde in jedem Fall auch Ramsen profitieren", ist der Beigeordnete sicher.

Kauth räumt ein, dass die Stumpfwaldbahn bislang nicht in die Beratung einbezogen wurde, sieht aber auch keine Konkurrenzsituation. Im Gegenteil: Er erwartet, dass Gäste, die mit dem Funtrain anreisen, auch das Angebot der Feldbahnaktivisten nutzen und sich so „Synergieeffekte" ergeben könnten. Kauth: „Wir wollen Paketlösungen ausarbeiten und diese mit allen gemeinsam anbieten. Wenn Ramsen das Projekt ablehnt, dann wird sich die VG über diesen Willen aber nicht hinwegsetzen", sichert er zu. (jös/zin) EINWURF

SCHIFFJ

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.144
Datum: Freitag, den 25. Juni 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6503987'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

 

- Zum Seitenanfang.